Trainer, Betreuer, Familienangehörige und Athleten erleben, bewusst oder unbewusst, beim Klettern und Bouldern viele kleine und große mentale Herausforderungen. Langfristig stabile Motivation, Kompetenz in Stress- und Krisensituationen, Entscheidungsfähigkeit und Selbstbewusstsein im steten Wechselspiel von Erfolg und Misserfolg, von Freude und Enttäuschung sind als wichtige Rahmenbedingungen der Leistungsentwicklung und der persönlichen Spitzenleistung schon lange bekannt.
Mentaltrainingsverfahren eröffnen einem idealen Beanspruchungsmanagement neue Möglichkeiten. Sie verbessern die Effektivität und erhöhen die Effizienz der oft unterbewusst oder indirekt wirkenden Kopfinhalte im Klettertraining.

Sie zeigen Wege, den Umgang mit kurz- und langfristigen Belastungen, unerwünschten Entwicklungen oder unvorhergesehenen Ereignissen zu erlernen und schädlichen Empfindungen wie Leistungsdruck, Ängsten, Aggressivität oder Nervosität zu begegnen.
Bewährt haben sich hier abgewandelte Verfahren der psychischen Konditionierung. Diese geben in Not- und Krisensituationen sehr konkrete Handlungsanweisungen im Gegensatz zum Mentaltraining mit interpretierbarem Spielraum nach sportlicher Zielsetzung. Die nicht physischen Inhalte sind die ideale Ergänzung eines umfangreichen körperlichen Trainingsprogramms, um auch in schwierigen Phasen, z. B. nach Verletzungen oder vermeintlichen Misserfolgen, den Faden nicht zu verlieren und schließlich sein Können im entscheidenden Moment zu realisieren. In psychischen Not- und Krisenfällen können sie nach regelmäßigem Einüben einem Kontrollverlust in einer speziellen Situation (z.B Wettkampf), aber auch in Krisenlagen (länger anhaltende multifaktorielle Problematik), wirksam begegnen.
